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Dividenden und der unterschätzte Zinseszins

Was sind schon 2-3 % jährliche Verzinsung. In Zeiten von Niedrigzinsen sind diese prozentualen Beträge schon recht beachtliche Zinsen die an längst vergangenen Zeiten erinnern. Hatte man in den 80er und 90er Jahren ein Sparbuch,  konnte man mit seinem gesparten so über die Jahre mit dem Zinseszinseffekt ein nettes Sümmchen zusammensparen und zumindest sein Geld vor der Entwertung, der sogenannten Inflation schützen.

 

Wie sieht es aber bei der Anlage in Aktien und den Gewinnausschüttungen der entsprechenden Unternehmen, den so genannten Dividenden aus? Da es sich in Zeiten wie diesen nicht mehr lohnt sein Gespartes einfach auf der Bank zu parken, ist es ratsam sich über alternative Anlagemöglichkeiten Gedanken zu machen, warum also nicht an dem Erfolg von Aktiengesellschaften partizipieren? Nun viele werden sagen, dazu benötig man viel Zeit oder man muss sich ständig mit der Materie beschäftigen. Einerseits haben Sie recht, aber warum nicht ein bisschen seiner Zeit investieren um am Ende eine nette Summe für die Rente übrig zu haben.

 

Eine Anlageberatung oder eine Strategie zum Aufspüren der richtigen Aktie möchte ich hier nicht näher behandeln. Vielmehr möchte ich folgend auf das Thema Dividende und das Dividendenwachstum als vergessenen und erheblich unterschätzten Zinseszins bei gleichzeitiger Gewinnthesaurierung eingehen.

 

Selbstverständlich ist es zunächst eine Voraussetzung ein entsprechendes Qualitätsunternehmen zu finden, welches ein solides Geschäftsmodell und eine vielversprechende Zukunftsperspektive aufweisen kann. Eine lange Historie in der Dividendenpolitik des Unternehmens, mit stetig steigenden Dividendenausschüttungen, keinen Dividendenkürzungen und einer gesunden Ausschüttungsquote können erste Anhaltspunkte für einen potentiellen Kandidaten sein.

 

Kommen wir nun aber zu der Dividende. Nehmen wir an, wir haben 10.000 € in ein Unternehmen mit einer aktuellen Dividendenrendite von 2% investiert. Weiterhin nehmen wir an, dass die Dividendenrendite über die nächsten 10 Jahre absolut konstant bleibt. Folgende Grafik soll an dieser Stelle verdeutlichen welche Summe aus Dividenden über den genannten Zeitraum angesammelt werden kann.

Dividende

Sie werden mir an dieser Stelle zustimmen, dass aus zwei zu Anfang ganz unscheinbaren Prozent, nach 10 Jahren zu einer beachtlichen Summe werden kann. Sind Sie bereits jetzt davon überzeugt, dass Sie Ihr Geld nicht mehr auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto zu niedrigen Verzinsungen liegen lassen wollen, dann schauen Sie sich erst einmal das nächste Modell zu gleichen Konditionen, mit einem unterstellten Dividendenwachstum von 10% p.a. an.

Dividendenwachstum

Ist das nicht erstaunlich was ein Dividendenwachstum von 10% bewirken kann. Wie Sie in dem Beispiel sehen, wird aus einer Dividendenrendite von zunächst 2% über die Laufzeit von 10 Jahren eine persönliche Dividendenrendite (PDR) von 4,72%. Dies hat den positiven Effekt zur Folge, dass aus 200€ Dividende im ersten Jahr eine 472€ Dividende im zehnten Jahr werden können. Was aber, wenn man seine ausgezahlten Dividenden nicht einfach auf dem Konto parkt und direkt wieder reinvestiert? Sie werden es sich vorstellen können, der Endbetrag aus Dividenden wird um ein weiteres sehr attraktives Sümmchen durch Gewinnthesaurierung steigen. Daher möchte ich Ihnen an dem folgenden Beispiel zeigen, welcher Betrag im Idealfall aus Ihrem Anfangsinvestment (ohne) Kursperformance, welche natürlich auch negativ sein kann, zu generieren möglich ist.

Dividende reinvestiert

Vorliegend sehen Sie also ein Beispiel wie aus einem kleinen Betrag über einige Jahre ein beachtliches Vermögen angehäuft werden kann. Stellen sie sich nun die Frage, wie lange Sie noch arbeiten müssen bis Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand erreicht haben werden und welche Summe Sie sich im besten Fall durch Dividenden, Dividendenwachstum und Gewinnthesaurierung in dieser Zeit erarbeiten können.

 

 

Schön und gut, viele werden sich nun fragen warum wurde an dieser Stelle noch immer nicht auf die Abgeltungssteuer von 26,375% ohne Kirchensteuer eingegangen. All denen möchte ich sagen, weil sich dieser Artikel hauptsächlich an Kleinanleger richtet, die bislang noch wenig Erfahrung mit dieser Thematik sammeln konnten. Dennoch möchte ich auch alle anderen nicht enttäuschen, die sehnsüchtig auf eine Kalkulation in Verbindung mit der bereits genannten Abgeltungssteuer gehofft haben.

Abgeltungssteuer

Hier lässt sich nun erkennen, dass erst ab dem Jahr 12 und einem Betrag größer 801 € Abgeltungssteuer auf die ausgezahlte Dividende anfällt. Zu wissen an dieser Stelle ist, dass alle Beträge bis 801 € dem sogenannten Freibetrag unterliegen und nicht der Abgeltungssteuer unterworfen werden. Will heißen, erst jeder weitere Ertrag größer 801 € wird entsprechend versteuert.

 

Für Ihre Anlage wünsche ich Ihnen stets steigende Kurse und eine überdurchschnittliche Rendite.

Bitte beachten Sie: die Anlage in Wertpapiere kann hohe Verluste bis hin zum Totalverlust nach sich ziehen. Alle gezeigten Grafiken basieren auf theoretischen Kalkulationen, die in der Realität durch unterschiedliche Einflüsse stark von den gezeigten Beispielen abweichen können. Weiterhin stellt dieser Artikel keine Anlagenberatung oder die Aufforderung für die Anlage in Wertpapiere dar.

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