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Buffett Indikator & Cash

Was ist eigentlich der Buffet Indikator und wie viel Cash sollte man in Relation zu seinem Gesamtinvestitionsvolumen in den unterschiedlichsten Marktsituationen halten? Tja, wenn Sie nun auf eine allgemeinverbindliche Antwort in Bezug auf die bestmögliche Cash Position hoffen, dann kann ich Ihnen bereits jetzt die Illusion einer Antwort nehmen, denn so einfach und allgemein lässt sich die Frage nicht beantworten. Insgesamt ist sie von der persönlichen Neigung des einzelnen Anlegers als auch einer vorherigen Gruppierung der Marktbewertungen abhängig. Im Folgenden möchte ich Ihnen meine Erfahrungen und meine für mich definierte Strategie in Bezug auf den Cash Bestand mitteilen. Im Anschluss liegt es an Ihnen die Vorlage so zu übernehmen oder für Ihre Bedürfnisse entsprechend anzupassen.

 

Nun aber zum Buffett Indikator. Erfunden wurde der Indikator von dem gleichnamigen Starinvestor Warren Buffett. Hierbei handelt es sich um eine einfache Gegenüberstellung des Wilshire 5000 und des Bruttoinlandsproduktes der USA. Der Wilshire 5000 umfasst fast alle börsennotierten Unternehmen der USA und bildet somit die Marktkapitalisierung dieser Unternehmen gemessen an seinem Kurs ab. Das Bruttoinlandsprodukt (GDP – gross domestic product) umfasst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft produziert werden. Setzt man nun die Marktkapitalisierung zu dem GDP in ein Verhältnis, erhält man das prozentuale Ergebnis der Marktbewertung. Warren Buffett nutzt diese einfache Formel getreu dem Motto „keep it simple“, um sich schnell einen Überblick über die gegenwärtige Bewertung des Marktes zu verschaffen.

 

Blickt man nun auf historische Daten des Wilshire 5000 und das GDP der USA wird man feststellen, dass der Markt in 5 Kategorien wie folgt eingeteilt werden kann:

Buffet Indikator

Quelle: https://www.gurufocus.com/stock-market-valuations.php

 

Nun bleibt die Frage welchen Cash Bestand man für eine jede dieser Bewertung halten sollte, um bei entsprechenden Veränderungen positiv ins Marktgeschehen eingreifen und beispielsweise durch Zukäufe in günstig bewerteten Märkten agieren zu können. Für mich habe ich die Frage wie folgt beantwortet:

Natürlich lässt sich die Anwendung des Indikators und dem entsprechend notwendigen Cash Bestand beliebig justieren oder auch auf andere Märkte wie z.B. Deutschland den DAX Kursindex und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Bundesrepublik Deutschland umlegen. Die daraus von mir selbst ermittelte Bewertung lässt sich gemessen an den Daten seit 1987 wie folgt ablesen. Davon lässt sich dann der mögliche Cash Bestand gemäß dem oben gezeigten Beispiel entsprechend ableiten.

Zu beachten bei jedem Indikator oder jeder Kennzahl ist die Tatsache, dass diese in der Realität auch Ihre Schwächen haben und nur im Kontext mit anderen Einflussgrößen oder weiteren Kennzahlen betrachtet werden sollten. In Zeiten von einer expansiven Niedrigzinspolitik können die Märkte beispielsweise über einen sehr langen Zeitraum in einer sehr hohen Bewertung verweilen oder noch höhere Bewertungen erlangen. Dennoch ist man auch bei steigenden Kursen und einer vermeintlich günstigen Bewertung des Marktes gut beraten etwas Geld für die nächste Investition auf der hohen Kante zu

haben. Die nächste Konsolidierung kommt bestimmt!

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