Investment Strategien

Vorwort

 

Aktien sind kein Glücksspiel, als Aktionär ist man Teilhaber eines Unternehmens. Würde ein Unternehmer heute ein Unternehmen gründen, um es morgen wieder zu schließen? Vermutlich nicht. Wer dies verinnerlicht, sieht sich bei der Anlage in Aktien zukünftig nicht mehr als hochriskanter Spekulant, sondern als Investor, welcher an das Produkt oder die Dienstleistung seines Unternehmens und somit an den Erfolg seiner Anlage glaubt!


Welche Anlage oder Investmentstrategien gibt es eigentlich? Um diese Frage vollumfänglich beantworten zu können, würde der Platz auf dieser Seite vermutlich nicht ausreichen. Bei der Entwicklung diverser Strategien für die Anlage in Aktien sind der persönlichen Phantasie und der Neigung eines jeden Anlegers keine Grenzen gesetzt.

 

Was also tun in einem Universum von verschiedenen Möglichkeiten, um sein Geld tunlichst gewinnbringend in Aktien zu investieren? Zunächst ist es an dieser Stelle wichtig sich einen groben Überblick über die wesentlichsten und bekanntesten Strategien zu verschaffen, um dann die für sich am geeignetste davon auszusuchen.

 

Im Folgenden möchte ich Ihnen daher fünf bekannte Strategien vorstellen, damit Sie in der Lage sein werden, einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der Aktienanlage zu gewinnen.  

 

1. Value Strategie

2. Dividenden Strategie

3. Growth Strategie

4. Momentum Strategie

5. ETF Strategie

Value Investing Strategie

Value Strategie

Die Value Strategie ist allgemein ebenso bekannt unter der

Bezeichnung Value Investing und findet Ihren Ursprung bei dem Vater der Wertpapieranalyse Benjamin Graham. Erfolgreich angewendet und etwas verfeinert findet diese Strategie Anwendung bei einem der bekanntesten Investor aller Zeiten und dem zeitweise reichsten Mann der Welt, Warren Buffett. Die beiden genannten Herren, insbesondere Warren Buffett stellen meines Erachtens ein wahres Idol, eine lebende Legende dar und finden meine persönliche Bewunderung.

 

In seiner seit vielen Jahren überaus erfolgreich praktizierten Anlagestrategie geht es im Wesentlichen darum Unternehmen aufzuspüren, welche einen versteckten intrinsischen Wert innehaben und weit über dem aktuell gehandelten Kurs notieren müssten.

 

Um solche Werte zu finden, bedarf es einer fundamentalen

Bewertung aller im Jahresabschluss zu findenden bilanziellen Werte, welche verwendet in diversen Kennzahlen, eine Aussage über die finanzielle Lage des

vorliegenden Unternehmens geben.

 

Wichtig sind insbesondere Kennzahlen wie ein niedriges KGV, eine angemessene Dividendenrendite, ein stetiges Dividendenwachstum und eine niedrige Bewertung in Bezug auf den Buchwert des Unternehmens.

 

Geht es nach Warren Buffett müssen zudem weitere Faktoren wie ein ehrliches, zuverlässiges und beständiges Management, als auch ein einfach zu verstehendes Geschäftsmodell und eine positive Zukunftsprognose in

die Bewertung mit einfließen. Das Value Investing stellt unter diesen Voraussetzungen eine sicher nicht einfach anzuwendende Anlagestrategie dar und erfordert von dem

Investor einen profunden Umgang mit Jahresabschlüssen und die Anwendung von diversen Kennzahlen. Nichtsdestotrotz kann ein erfahrener Investor mit dieser

Strategie überaus beachtliche Renditen erzielen und den Markt oft übertreffen. Warren Buffett wird nachgesagt mit dieser Methode stets Renditen zwischen 19% und 29% erreicht zu haben.


Dividenden Dividendenwachstum Strategie

Dividenden Strategie

Die Dividendenstrategie stellt so scheint es eine recht

einfache Anlagestrategie dar, welche ein jeder interessierter Börsenjünger umzusetzen vermag. Hier kommt die gute Nachricht, denn so ist es in der Tat.

 

Selbstverständlich kann man salopp gesagt einfach Aktien von Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite kaufen und einfach liegen lassen, um an den Gewinnausschüttungen partizipieren zu können.

 

Jedoch wäre eine Strategie keine richtige Strategie, wenn

man diese nicht noch verfeinern, verbessern und ausbauen würde. Um natürlich auch hier möglichst hohe Erträge zu erzielen und sein investiertes Geld schnellstmöglich amortisieren zu lassen, ist es nicht nur wichtig Aktien mit

einer hohen Dividendenrendite zu kaufen und auf ewig im Depot liegen zu lassen. Es ist auch elementar ausschlaggebend einen Blick auf die Qualität der

Ausschüttungen zu legen, um zu sehen welches Verhältnis der Gewinne an Dividenden wieder an die Aktionäre ausbezahlt wird. Nur ein gesundes Verhältnis kann auf Dauer die Unternehmensfortführung und die praktizierte

Dividendenpolitik garantieren.

 

Des Weiteren ist es neben der Auswahl qualitativer

Unternehmen wichtig, einen Blick auf die Historie der Dividendenzahlungen zu werfen, um zu erkennen, ob das Unternehmen auch in schlechten Zeiten eine Dividende gezahlt, gekürzt, erhöht oder gar ganz hat ausfallen lassen. Dies gibt Aufschluss auf die Vitalität des Geschäftsmodells und den Shareholder-Value Ansatz des Managements.

 

Zu guter Letzt sollte auch das Dividendenwachstum über einen langen Zeitraum möglichst stabil und verlässlich angehoben worden sein. So wird aus einer zu Anfang kleinen Dividendenrendite mit der Zeit eine beachtliche

„persönliche“ Dividende.


Growth Strategie

Growth Strategie

Bei der Growth Strategie geht es um die Anlage in sogenannte Wachstumswerte, welche ein überdurchschnittliches Wachstum der Geschäftsaktivitäten versprechen. Diese Unternehmen agieren hauptsächlich in

Sektoren, welche in den meisten Fällen eine Nische bedienen oder einen neuen bislang technischen Fortschritt innehaben.

 

Growth Unternehmen sind oft kleinere Unternehmen, welche mit ihrem Fortschritt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber deren Konkurrenz haben. Um diesen Fortschritt jedoch beibehalten zu können, gilt es Marktanteile zu gewinnen, wozu jeder gewonnenen EURO in die Forschung und den Ausbau der Geschäftsaktivitäten zu investieren ist. Eine Ausschüttung von Dividenden ist also in den meisten Fällen keine vorhanden und eine Amortisation des

eigesetzten Kapitals aufgrund von regelmäßigen Gewinnausschüttungen ist nicht gegeben.

 

Bei dieser Art von Investment geht es dem Anleger vorwiegend um schnell wachsende Aktienkurse und der Hoffnung einen sogenannten Hundredbagger wie Peter Lynch sagen würde zu finden.

 

Insgesamt stellt die Anlage in Growth Unternehmen ein

höheres Risiko dar, da es keine Garantie für den Markterfolg der neuen Technologie des Unternehmens gibt. Als Negativbeispiel kann die Dotcom Blase und den Nemax des Jahres 2000 herangezogen werden.


Momentum Strategie

Momentum Strategie

Die Momentum oder Trendfolge Strategie hat es auf Werte

abgesehen, welche sich bereits über einen gewissen Zeitraum in einem anhaltenden Trend befinden und einen weiteren, gleichbleibenden Verlauf dessen versprechen.

 

Hier werden die Werte unabhängig von der fundamentalen

Ausstattung des Unternehmens immer dann zum Depot hinzugekauft, welche ein Signal in Bezug auf ihre relative Stärke ausgelöst haben. Wann ein Signal für den Kauf oder Verkauf erfolgt, obliegt den jeweiligen Einstellungen des

Anlegers und ist von dessen persönlichen Neigung abhängig.

 

Steigt ein Wert beispielsweise in seinem Trend über einen

Zeitraum von mehreren Tagen, Wochen oder Monaten, könnte dies ein Signal für den Zukauf des Wertes auslösen. Fällt ein Wert über einen ebenso freidefinierbaren Zeitraum oder über einen bestimmten Schwellenwert, würde dies den Verkauf des Wertes und den Zukauf eines anderen (besseren) Wertes rechtfertigen.


ETF Strategie

ETF Strategie

Als ETF Strategie versteht sich ein einfaches Indexinvesting, was sich vor allem für Anleger eignet, welche wenig Zeit in die Analyse von Unternehmen und dessen Aktien investieren möchten.

 

Hier werden lediglich Indexfonds, sogenannte ETF (Exchange Traded Fonds) gekauft, welchen den gesamten Markt, beispielsweise den DAX und dessen Kursverlauf widerspiegeln. Sicher sind die möglichen Renditen nicht mit denen einzelner sehr gut laufender Aktien zu vergleichen, dennoch stellt diese Strategie eine einfach umzusetzende Strategie mit niedrigem Risiko dar.

 

Zudem kann sich die Beimischung diverser ETF als Kern im

Depot als sehr nützlich erweisen.